StartUpTank Experimental Entrepreneurship in Strategy, Mobile & Commerce

3Mar/102

Die Zukunft des Massenphänomens “App Store” zwingt App-Entwickler langfristig zum Umdenken

Ende Januar 2010, BMW Messehallen München, M-Days. Während der M-Days vielen zwei wesentliche Dinge auf: 1. wirkte die Veranstaltung sehr überschauber und 2. ein starkes Ungleichgewicht zwischen Produktanbietern (App-Anbietern) und Dienstleistern aufgefallen. Es scheint fast so, als hätten sich die Dienstleister nun "gefunden" und am Markt positioniert.

Da wundert es wenig, dass mittlerweile auch immer mehr namhafte Firmen den Trend erkannt haben und mit eigenen Apps im App Store vertreten sein wollen. Von Edeka bis Porsche, von Becks bis Philadelphia. Über den Sinn oder Unsinn solcher und weiterer Apps muss jedoch jeder selbst entscheiden.

Diese Beobachtung führt zu der Überlegung, inwieweit neue Apps im App Store wirklich noch mehrwertbringend sind. Dieser Behauptung liegt die Annahme zugrunde, dass jede zusätzliche App im Durchschnitt weniger zusätzlichen Nutzen für iPhone Nutzer bringt. Die Motivation neue Apps herunter zu laden schwindet also dahin.

Der Versuch einer einfachen Herleitung, bzw. Begründung:

1. Firmen (Initiatoren für Apps) erkennen das iPhone und die Smartphone-Nutzergruppe als relevante Zielgruppe an.
2. Dienstleister haben "sich gefunden" und treten breit im Dienstleister-Markt auf.
3. Eine App zu haben ist Trend! Sie wollen den Trend nicht verschlafen und mit einer eigenen App im App Store vertreten sein. Der Sinn steht hierbei offensichtlich nicht immer im Vordergrund.
4. Defacto lassen die heutigen Apps im App Store kaum mehr Wünsche offen. Davon ausgenommen sind technologische Innovationen (wie z.B. damals die Indoor-Ortungsfähigkeit über Wlan Netze). Innovationen werden auch künftig immer wieder Bedürfnisse schaffen.
5. Viele Köche, bzw. Wettbewerber...auf einen Bedarf kommen tausende Entwickler, die mit Apps dagegen halten. Somit entstehen immer mehr Apps als nötig sind um den Bedarf zu stillen.
6. Mehr Dienstleister ringen darum, Apps zu entwickeln. Der Preiskampf beginnt und führt zu noch mehr Apps.
7. Der App Store füllt sich überproportional. Die Übersicht zu behalten wir immer schwieriger.
8. Das Problem: Der Platz auf dem iPhone bleibt konstant, genau wie die Zeit und der Spass jedes einzelnen Nutzers sich mit Apps zu beschäftigen.

Die Liste könnte auch noch einige Punkte mehr enthalten. Die Überlegung ist jedoch klar: Wohin führt dieses Phänomen "App Store" und der Trend zur Massenentwicklung?

... Irgendwann wird es also 3 oder 5 oder 20 Mio Apps im App Store geben, von denen nur noch ein Bruchteil jemals gesehen werden wird. Die Anzahl der Apps, die auch langfristig auf dem iPhone bleiben: verschwindend gering!

Betrachtet man die App-Welt ganzheitlich, so bringt uns also jede neue App immer weniger zusätzlichen Nutzen weil ohnehin kaum mehr Wünsche offen sind. Firmen und Entwickler werden dadurch künftig gezwungen sein, ihre Apps nicht nur schön aussehen zu lassen, sondern auch mit technischer, inhaltlicher Raffinesse zu überzeugen. Noch mag man auch mit Marken oder sinnbefreiten Apps seinen Weg auf das Nutzer-Smartphone finden. Die Werbewirksam scheint also gut zu funktionieren. Da der App Store aber Nutzergtrieben ist wird es schwerer und schwerer und irgendwann unmöglich werden hier noch zu punkten.

Ich persönlich fände es z.B. auch nicht falsch, wenn Apple mit Hilfe bestimmter Kriterien eine gewisse Ordnung im Store bewahrt. So könnten z.B. Apps, die weniger als x Mal in y Tagen heruntergeladen wurden, gleich ganz von der Plattform verwiesen werden.

Comments (2) Trackbacks (1)
  1. Schöner Beitrag, ich habe mal eine Frage, wir denken schon länger darüber nach, dass wir eine app für unsere Jobs entwickeln, meinst du das macht Sinn?
    Oder hast du Erfahrungen von Markt.de und Co. ob das zusätzlich revenues bringt, oder steht da nur der Nutzen der User im Vordergrund?! Also kein rev. stream von Unternehmensseite.

  2. Hallo Thomas,
    was genau meinst du mit ” App für Jobs”? Um das Beispiel von Martk.de mal aufzugreifen, finde ich eine App unbedingt sinnvoll. Kleinanzeigen regional einzuschränken bringt für die Nutzer den Echtzeit-Faktor ins Spiel. Wenn es was Interessantes hier in der Gegend gibt, dann kann ich direkt kaufen. Aus meiner Sicht also durchaus sinnvoll.


Leave a comment