Starting up Happy Coffee
Lange war es ruhig auf Startuptank.de, jetzt melde ich mich wieder zurück. Der Grund für die längere Pause war die "Geburt" des Projektes Happy Coffee.
Die Idee für die Kampagne erwuchs aus dem Wunsch, irgendwie mehr im fairen Kaffeehandel zu tun als einfach nur Fairtrade Kaffee zu kaufen. Außerdem glaube ich, dass viele große Firmen das Fairtrade Logo mehr als Imageförderndes Instrument nutzen, und dann doch nur mit hohen Preisen abzocken.
Was ist Happy Coffee?
Happy Coffee will den fairen Kaffeehandel unterstützen und fördern. Die Kaffeebohnen stammen aus nachhaltigem Anbau und sind dank Fairtrade zu Mindestpreisen gehandelt. Das bedeutet, dass mindestens 1,93€ / kg direkt an die Kleinbauern in Papua Neuguinea gehen. Das Ziel der Kampagne ist es, mehr Transparenz und Aufmerksamkeit im fairen Handel mit Kaffeebohnen zu schaffen!
Jeder bewusste Kauf einer Kaffeebohne aus fairem Handel hilft die Situation auf dem Weltmarkt zu verbessern. Happy Coffee schafft Transparenz und bietet fair gehandelte und günstige Kaffeebohnen von bester Qualität und unterstützt damit die Kleinbauern in Papua Neuguinea.
Ich bin der Überzeugung, dass fair gehandelter Kaffee mit bester Qualität nicht unnötig teuer sein muss. Um maximale Transparenz bieten zu können, biete ich eigenen Kaffee unter der Marke "Happy Coffee" zum Kauf an. Dabei möchte ich mit Transparenz zur Herkunft, bester Qualität und natürlich einem angemessenen Preis überzeugen, etwa 1 kg Arabica für 15,50 Euro.
Aus Start-Up-Perpesktive steht das Projekt nach wenigen Wochen bereits gut da. Über 1500 Unique Visitor und bereits fast 400 Fans auf Facebook. Wer sich anschließen möchte kann das hier tun.
Die Kampange hat auch bereits das Interesse vieler Blogger geweckt. Eine Übersicht findet sich hier.
Ich würde mich freuen wenn sich einige Leser dem Projekt anschließen und die Entwicklung dort weiter verfolgen wollen möchten. Bald gibt es dort ebenfalls einen Blog.
Beste Grüße
Christian Häfner
Herausforderungen für den Stationärhandel im mobilen Web
Über 500.000 Einzelhandelsunternehmen verschiedenster Brachen in Deutschland, über 800.000 örtliche Filialen.
Zahlen, die heute mit dem Onlinehandel nicht mehr auf Augenhöhe stehen. Der Handel im Internet wächst unaufhaltsam und zeigt an großen Beispielen wie dem Otto Konzern, wie wichtige diese Entwicklung ist. Wie Matthias Schrader von sinnerschrader im Interview mit Kassenzone erzählt, sind immer noch 30% der Geschäfte nicht online!
Verkanntes Marktpotenzial?
Im gleichen Zug stellt sich dabei natürlich die Frage, inwieweit nun jedes Einzelhandelsgeschäft aktiv werden kann/muss. Braucht wirklich jedes Stationärgeschäft einen eigenen Online Shop? Reicht nicht ggf. auch eine Multiprodukt- /Multishopplattform wie Tradoria oder eBay? Müssen alle "offline-Prozesse" in der heutigen Welt digitalisiert und in gleicher Weise online abgebildet werden?
Das Thema ist derzeit nicht nur besonders interessant, weil sich für die genannten 800.000 Stationärgeschäfte völlig neue Möglichkeiten ergeben ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Es ergeben gleichzeitig auch eine Menge neuer Geschäftsmodelle für heranwachsende und bestehende Giganten im E-Commerce. Nicht umsonst ist der Begriff "Location based Service" in diesem Zusammenhang nicht mehr wegzudenken. Und Gerüchte wie "Google will Yelp für 500 Millionen US Dollar übernehmen" heizen dem Ganzen noch mehr Feuer ein und lösen wie hier bei Qype gleich weitere Diskussionen aus.
Trotz der - wie in diesem Fall - nicht bestätigten Gerüchte zeigt dieser "Hype" doch eins: Das Thema LBS wird immer wichtiger und bedeutender und stellt für die mittelfristige Zukunft gravierende Herausforderungen an den stationären "offline" Markt.
Welche Stationärbereiche sind besonders betroffen?
Wie die Plattform Handelswissen.de aufzeigt, unterteilt sicher der Stationärmarkt beispielsweise in folgende Bereiche:

Discounter und Supermärkte müssen vermutlich wenig befürchten, da günstige Preise ebenso wie treue Markenkunden und ein breites Sortiment wohl erst in vielen, vielen Jahren (wenn überhaupt) im E-Commerce anklang finden werden. Wer möchte seine Tiefkühlpizza oder die Zahnbürste schon online bestellen?
Vor allem aber Fachmärte und Kaufhäuser werden es schwer haben, da die Sortimente i.d.R. bereits auf klassischen Internetplattformen angeboten werden. Besonders schlimm erscheint in diesem Zusammenhang jedoch das Aufkommen von Vergleichportalen, die bereits in der heutigen Welt Nutzern eine Transparenz ermöglichen, gegen die ein klassisches Stationärgeschäft selten preislich ankommt.
Mit zunehmendem LBS-Trend wird die Vergleichbarkeit solcher Daten künftig nicht nur online, sondern auch mit direktem Standortbezug verfügbar sein und einem potentiellen Käufer eine völlig neue Entscheidungsgrundlage liefern. Wenn sich dieses Nutzerverhalten erst einmal etabliert hat, dann besteht die größte Herausforderung für die Geschäfte also darin sich über virtuelle Dienste von ihrern Wettbewerbern in der realen Umgebung abzugrenzen.
Bereits jeder 5. Käufer informiert sich heute bereits online über das Produkt, welches er in einem Geschäft offline kauft. Wenn also richtig eingesetzt, kann das Internet in diesem Fall den Kauf sogar beschleunigen...trotz Laufwegen.
Klar ist aber, dass die Geschäfte darauf vorbereitet sein müssen, wenn es um virtuelle, lokale Vergleiche geht.
Wie können sie das tun?
Ein Shop reicht hier wohl nicht aus, geht man in der Masse an online Shop ohne USP doch sehr schnell unter. Eine Präsenz hingegen (kein Shop) sollte immer da platziert werden, so sich Menschen informieren. Ein Anfang aus heutiger Sicht bieten sicher die aktive Teilnahme an Bewertungsportalen wie Qype. Ein Positivbeispiel liefert die Curryqueen in Hamburg Eppendorf. Ansonsten gilt: wachsam sein nach entstehenden Portalen, die es Geschäften ermöglichen, eigenständige Initiativen zu starten. Bei Tradoria ist ein Beispiel für eine solche Plattform, jedoch scheint der Preis noch relativ hoch zu sein im Vergleich zur Reichweite. Außerdem fehlt hier der lokale Bezug. Lokalgold bietet hier sicher mehr Vorteile, wenn auch nur für Spezialanbieter wie hier für Grappa und Single Malt.
LBS-App-Nutzungsindex März 2010 Teil 1
Wer im App-Umfeld mehr als nur kopieren möchte, der sollte sich regelmäßig über den Markt und das aktuelle Angebot informieren. Aus diesem Grund startet mit diesem Beitrag eine Reihe von Tool-Evaluierungen, die aus meiner Nutzer-Perspektive derzeit relevant oder überzeugend oder einfach nur erwähnenswert erscheinen. Die Bewertung ist subjektiv und hat ausschließlich Apps mit Location Based Service Funktionalitäten im Fokus.
Welche App fehlt hier dringend und muss unbedingt bewertet werden? Welche App ist aus eurer Sicht ein "must have" oder besticht durch besonders gute Features?
| App-Name | Mehrwert | Nutzungsintensität | Bewertung |
| Brightkite | Verbindet mit Freunden in der Umgebung | Fast gar nicht | Neben Facebook, mein VZ und Xing ist die Hemmschwelle hoch, eine weitere Community aktiv zu nutzen |
| Foursquare |
|
Ab und zu | Ich spiele nicht, also reizt es mich nicht. Ob das große Sammeln und tauschen ein Massenphänomen wird bleibt abzuwarten. |
| Gowalla |
|
selten | Im Vergleich zu foursquare ist die Bedienbarkeit undurchdringlich. Zwar zeigt die App ein sehr schönes Interface, die Funktionen und der Sinn bleiben mir aber dennoch verborgen. |
| Apotheken.de | Schnell und effektive Apothekensuche | Regelmäßig bei Bedarf | Tolle und hilfreiche App, da auch Öffnungszeiten und Notzeiten eingebaut sind. |
| Centrl | Chat, Freunde, Places in der Nähe finden | nie | Gut: Intuitive App, die auch ohne Registrierung funktioniert. Schlecht: Chat und Leute sind standortunabhängig (geht auch mit), und ist damit wieder kein richtiges LBS Tool |
| Layar | Augemented Reality Browser | Gelegentlich | Coole Darstellung, auch wenn der Nutzen durch diese Darstellung nicht zwingend erhöht wird. Ein empfehlenswertes Nice-to-have |
| Woabi | Barcode-Scanner & Produktpreis-Suche | Ab und zu | Findet bei gescanntem Barcode die günstigsten Einkaufsmöglichkeit in der Umgebung. Codes werden leider schlecht erkannt. |
Apps und mobile Optimierung – Was wirklich zählt ist klar
Die Verbreitung mobiler Websites nimmt zu, wenn auch die Entwicklung mobiler Seiten zum großen Teil noch hinterher hinkt.
Eine besondere Eigenschaft der mobilen Informationsbeschaffung ist, dass sie stark zielgerichtet ist. Das surfen und stöbern im Internet ist wesentlich schwächer ausgeprägt als am heimischen PC. Zielführende und intuitive Menüführung hilft den Nutzern im Alltag weiter.
Gründe hierfür sind
- anderer Informationsbedarf bedingt durch weniger Zeit und ein dynamisches Umfeld. Auch wenn einer der Hauptgründe für das mobile Browsen in vielen Fällen Langeweile ist, so bietet das lokale Umfeld mehr Anlass zur Suche nach lokalen Informationen.
- viele Apps wissen meinen Standort.... Oder fragen zumindest danach. Dank des App-SDK von Apple kann also jeder Entwickler auf diese und andere Basisfunktionalitäten zurückgreifen. Dadurch wird vor allem die App-Nutzung lokaler. Bei mobilen Browsern ist diese Funktion oft uninteressant, da nicht funktionsfähig.
- Immer mehr lokale Informationen werden verfügbar. Sei es Qype, Aloqa oder Gutscheinanbieter wie Coupies oder myMobai, alles Informationen sind mit einem Geotag versehen und liefern entsprechend meines Standortes eine besonders hohe Relevanz.
Dieser Verhaltenstrend gibt Anlass sich einmal darüber Gedanken zu machen, mit welcher Art Informationen ich mobile Nutzer besonders gerne bedient werden wollen.
Was nutzt eine schöne App, wenn die Inhalte nicht die für den mobilen Nutzer notwendige Relevanz hat. Die App wird ausprobiert und führt zu hohen Downloadraten im Appstore. Nach einer kurzen Begutachtung wird diese aber entweder nicht weiter genutzt oder gar wieder gelöscht. Damit ist der erste Eindruck verloren und es wird um ein Vielfaches schwieriger, den besagten Nutzer mit einer neueren Version wieder zu überzeugen.
Ein wichtiger Grund also für den langfristigen Erfolg einer App ist echter Nutzen. Gute Beispiele hierfür sind Informationen zu Fahrplänen, Wegen, Öffnungszeiten, aktuelle Angebote und weitere Echtzeitinfos.
Nicht spannend hingegen finde ich Community- Apps, office Tools und zB Photoshop.
Was also wirklich zählt ist klar: mehrwertbringende lokale Informationen. Ein muss für alle Apps, die eine langfristige Nutzung anstreben.
Welche Apps findet ihr gut, bzw. wo seht ihr einen hohen Alltagsnutzen? Welche Apps müssten noch erfunden werden?
Erfahrungsbericht: LBS-Apps Qype, BeeLoop, Marco Polo und TripAdvisor in Stockholm
Viele Apps erleichtern das Leben. Diese Erfahrung hat vermutlich jeder Smartphone-Nutzer an der ein oder anderen Stelle bereits gemacht. Interessant für Urlauber oder Geschäftsreisende ist jedoch zu wissen: Wie funktionieren die Apps im Ausland ohne Datenroaming? Meinen Kurztrip nach Stockholm möchte ich dazu nutzen, um ein paar Erfahrungen zu teilen und möglicherweise gute Tips für den nächsten Trip sammeln.
Voraussetzungen: Neben der GPS-Ortung gab es im Hotel auch WLAN. Datenroaming war deaktiviert.
Welche Apps wurden ausprobiert: Qype, Stockholm Reiseführer von Marco Polo, Stockholm Reiseführer von beeloop und Local Picks von TripAdvisor.
Der Marco Polo Reiseführer macht einen guten Eindruck. Für 3,99€ liegt er allerdings im teuren Preissegment der getesteten Kandidaten. Er bietet dafür aber auch eine freundliche Bedienbarkeit und stellt die Umgebung jeweils mit Entfernung in Kilometern dar. Sowohl Highlights als auch Insider Tipps können separat ausgewählt werden. Leider ist die Anzahl der Einträge nach diesen Filtern sehr überschaubar. Ingesamt sind z.B. nur 3 Highlights über alle Kategorien verfügbar (Vasa Museum, die Insel Gamla Stan und das Open Air Museum Skansen). Stimmt, sind alles drei Highlights, aber bei weitem nicht alle! Insider Tipps sind nur pro Kategorie auswählbar. Positiv ist aber, dass auch Preise z.B. in Restaurants berücksichtigt werden. Die App habe ich überwiegend unterwegs verwendet. Für die Planung vom Hotelzimmer hat jedoch TripAdvisor den besseren Eindruck hinterlassen.
BeeLoop, eine eher unbekannte App, wirkt auf den ersten Blick etwas "billiger", ist dafür auch auch bestens strukturiert. Die Kategorien sind auf´s Wesentliche beschränkt (Kultur, Essen, Was zu sehen, Einkaufen, Wohnung und Nachtleben). Wer also in Stockholm Immobilien sucht, der kommt hiermit vielleicht weiter. Besonders angenehm finde ich die Einstellbarkeit von Distanz und Kategorie, sodass das Umland ausschließlich nach eigenem Gusto dargestellt werden kann.
Nachteilig finde ich die verschachtelte Darstellung sowie die fehlenden Öffnungszeiten. Dafür gibt es aber ein Drei-Sterne-Bewertungssystem sowie die nächste U-Bahn oder Busstation. Die Auswahl scheint insgesamt etwas kleiner zu sein im Vergleich zu Marco Polo. Dennoch liefert die App alles, was die anderen auch schaffen.
Qype kommt in gewohnt guter Usability daher. Sieht gut aus und funktioniert sogar in Stockholm...Respekt! Der große Vorteil ist in jedem Fall, dass keine spezielle Stockholm-App nötig ist, sondern die ohnehin vorhandene Qype-App genutzt werden kann.
Wer die in Deutschland gute Datenbasis gewohnt ist, der wird in Stockholm aktuell vermutlich dennoch enttäuscht sein. Sehr wenige Einträge, dafür aber schon wenige Einträge mit Bewertungen vorhanden. Hoffentlich entwickelt sich Qype hier und in anderen Weltmetropolen weiter, sodass die Abdeckung auch mit den anderen Reiseführern mithalten kann, vor allem wenn Qype kostenlos bleibt.
Was auch auffällt: Die Bewertungen sind in Deutsch. Daher meine Bitte an die Qype-Betreiber: Warum versucht ihr nicht mehr internationaler aufzutreten und stellt die "Amtssprache" auf Englisch um?
Local Picks by TripAdvisor ist eine wirklich nette und gute App. Ich habe sie gesucht und gefunden, nachdem ich mit einem nicht zufriedenstellenden Ergebnis der anderen Apps nach einem guten und bezahlbaren Italiener in der Umgebung gesucht habe. Pro: Viele Bewertungen, da die Einträge alle von Reisenden gemacht wurden. Auch Pro: Eine schöne Kartendarstellung (Liste ist natürlich auch möglich).
Insgesamt haben alle Apps Spass gemacht.
Der Nachteil bei allen ist aber, dass die Apps zu jedem Eintrag zwar die Adresse und die Öffnungszeiten anzeigen. Die Darstellung in Google Maps funktioniert aber wegen der Roaming-Einschränkung leider nicht, bzw. nur aus dem Hotel WLAN heraus. Aus diesem Grund kommt man leider nicht drum herum entweder eine Karte zu nutzen oder die teuren Roaming Gebühren in Kauf zu nehmen.
Ganz den Reiseführer, bzw. die Karte ersetzt hat also leider keine App. Marco Polo ist inhaltlich gesehen auf Platz 1. Qype gewinnt bei der allgemeinen Nutzbarkeit der Apps.
How to get a local business online? – Die größte Herausforderung im LBS-Markt
Der Begriff "Local Services" implizieret das Zusammenbringen von lokalen Geschäften und lokalen Nutzern (Kunden). Im Gegensatz zur traditionellen, virtuellen Verknüpfung von Businesses und Kunden spielt sich die Welt um mobile Dienste in der realen Welt ab. Der Kunde betritt nicht nur einen virtuellen Online Shop, sondern ein reales Geschäft. Die Verknpüfung beider Parteien über ein virtuelles Medium wie z.B. ein Smartphone erweitert diesen Strang also nur und schafft keine völlig neue Art des Austauschs, oder doch?
Für eine ganzheitliche Betrachtung ist es unbedingt nötig beide Perspektiven zu betrachten. Was sind die Interessen und Bedürfnisse eines stationären Geschäftes, welche Interessen stecken hinter spezifischen Aktivitäten? Fest steht: Eine nicht zu unterschätzende Masse an Meinungen und Aktivitäten spiegeln die Nutzer wider, die begeistert und überzeugt werden müssen freiwillig ein Geschäft aufzusuchen...und idealerweise dort Umsatz zu machen!
So weit so gut, bliebe da nicht der Mangel an Online-Affinität Deutscher Einzelhändler und Dienstleister. Mehr als 50% aller Businesses sind noch nicht online. Viele sind darüber hinaus nur in diversen Verzeichnissen gelistet, nutzen den online Kanal aber nicht aktiv und bewusst. Die Tatsache, dass die meisten Menschen es schade finden würden wenn der Stationärhandel dadurch nach und nach verschwindet, unterstützt eher den Trend die lokalen Geschäfte mit LBS-Technologien zu erweitern, und nicht zu ersetzen.
Das dadurch verlorene Marktpotential ist enorm, betrachtet man einige erfolgreiche Online-Erweiterungen von kleinen Shops, die dadurch nicht selten ihren Umsatz verdoppeln. Ein schönes Beispiel liefert die Sansibar. Eigentlich eine Luxus-Bar auf Sylt mausert sich Sansibar zu einer starken Marke mit einem lebhaften Online Geschäft. Verstärkt durch Marketing-Aktivitäten wie z.B. die eigenen Seite im Germanwings-Magazin positioniert sich Sansibar im heiß umkämpften Luxusmarkt. Es ist also nicht Zufall, dass auch die Konkurrenz wie Feinkost-Käfer nicht schläft und mit einem eigenen Shop trumpfen will.
Doch ist die Luxus-Welt nur eine Nische im Stationärhandel. Die Frage, die man allen stellen muss ist: Was wollen Kunden und Geschäfte und wie bekommt man lokale Geschäfte "ins Netz"?
Hinterfragt man den Zweck einer Werbung oder Angebotsaktivitäten eines stationären Geschäftes so ist universelle Antwort eigentlich immer „Kundenansprache, Sicherheit bzw. Orientierung schaffen, Erlebnis vermitteln, Kaufentscheidung beeinflussen, etc...“. Seien es einfache Plakate, Gutscheine oder multimediale Inszenierungen...ein Geschäft möchte letztlich Umsatz machen und den Kunden auf verschiedenen Kanälen dazu bewegen.
Nicht ganz so einfach sieht es auf Konsumentenseite aus. Kunden sind anspruchsvoller den je! Das Ziel eines Konsumenten ist es nicht immer, Geld auszugeben. Es geht viel häufiger um soziales Miteinander, Erlebnisse, Exklusivität...unterm Strich also mehr um emotionale Faktoren. Geht denn wirklich jemand ausschließlich zu Starbucks um Kaffee zu trinken? Lifestyle, sehen und gesehen werden, Freunde treffen, Atmosphäre spielen hier wohl eine nicht unwesentliche Rollen.
Moderne Technologien und Medien machen den Transfer der genannten Faktoren einfacher und ermöglichen einen schnellen "connect" zum Kunden. Nur nutzt momentan niemand die volle Bandbreite. Online sein heißt nicht mehr nur einen Shop oder eine einfache Website zu haben. Es heißt Erlebnisse verkaufen!
Aktuell sind immer mehr Technologien vorhanden und auch das Verhalten der Nutzer wird mehr und mehr sensibilisiert. Die lokalen Businesses müssen langsam aufwachen und sollten den Trend nicht verschlafen. Noch ist es nicht zu spät, aber wer sich frühzeitig mit dem Thema auseinander setzt, der wird zur richtigen Zeit aufspringen können. Das Jahr 2010 wird möglicherweise noch ein Technologie-Jahr werden. D.h. viele Konzepte entstehen und werden sich behaupten müssen. Nachdem dies vermutlich in ca. 1-2 Jahren passiert sein wird, geht es darum die Massen von den stabilen Konzepten zu überzeugen.
Die Zukunft des Massenphänomens “App Store” zwingt App-Entwickler langfristig zum Umdenken
Ende Januar 2010, BMW Messehallen München, M-Days. Während der M-Days vielen zwei wesentliche Dinge auf: 1. wirkte die Veranstaltung sehr überschauber und 2. ein starkes Ungleichgewicht zwischen Produktanbietern (App-Anbietern) und Dienstleistern aufgefallen. Es scheint fast so, als hätten sich die Dienstleister nun "gefunden" und am Markt positioniert.
Da wundert es wenig, dass mittlerweile auch immer mehr namhafte Firmen den Trend erkannt haben und mit eigenen Apps im App Store vertreten sein wollen. Von Edeka bis Porsche, von Becks bis Philadelphia. Über den Sinn oder Unsinn solcher und weiterer Apps muss jedoch jeder selbst entscheiden.
Diese Beobachtung führt zu der Überlegung, inwieweit neue Apps im App Store wirklich noch mehrwertbringend sind. Dieser Behauptung liegt die Annahme zugrunde, dass jede zusätzliche App im Durchschnitt weniger zusätzlichen Nutzen für iPhone Nutzer bringt. Die Motivation neue Apps herunter zu laden schwindet also dahin.
Der Versuch einer einfachen Herleitung, bzw. Begründung:
1. Firmen (Initiatoren für Apps) erkennen das iPhone und die Smartphone-Nutzergruppe als relevante Zielgruppe an.
2. Dienstleister haben "sich gefunden" und treten breit im Dienstleister-Markt auf.
3. Eine App zu haben ist Trend! Sie wollen den Trend nicht verschlafen und mit einer eigenen App im App Store vertreten sein. Der Sinn steht hierbei offensichtlich nicht immer im Vordergrund.
4. Defacto lassen die heutigen Apps im App Store kaum mehr Wünsche offen. Davon ausgenommen sind technologische Innovationen (wie z.B. damals die Indoor-Ortungsfähigkeit über Wlan Netze). Innovationen werden auch künftig immer wieder Bedürfnisse schaffen.
5. Viele Köche, bzw. Wettbewerber...auf einen Bedarf kommen tausende Entwickler, die mit Apps dagegen halten. Somit entstehen immer mehr Apps als nötig sind um den Bedarf zu stillen.
6. Mehr Dienstleister ringen darum, Apps zu entwickeln. Der Preiskampf beginnt und führt zu noch mehr Apps.
7. Der App Store füllt sich überproportional. Die Übersicht zu behalten wir immer schwieriger.
8. Das Problem: Der Platz auf dem iPhone bleibt konstant, genau wie die Zeit und der Spass jedes einzelnen Nutzers sich mit Apps zu beschäftigen.
Die Liste könnte auch noch einige Punkte mehr enthalten. Die Überlegung ist jedoch klar: Wohin führt dieses Phänomen "App Store" und der Trend zur Massenentwicklung?
... Irgendwann wird es also 3 oder 5 oder 20 Mio Apps im App Store geben, von denen nur noch ein Bruchteil jemals gesehen werden wird. Die Anzahl der Apps, die auch langfristig auf dem iPhone bleiben: verschwindend gering!
Betrachtet man die App-Welt ganzheitlich, so bringt uns also jede neue App immer weniger zusätzlichen Nutzen weil ohnehin kaum mehr Wünsche offen sind. Firmen und Entwickler werden dadurch künftig gezwungen sein, ihre Apps nicht nur schön aussehen zu lassen, sondern auch mit technischer, inhaltlicher Raffinesse zu überzeugen. Noch mag man auch mit Marken oder sinnbefreiten Apps seinen Weg auf das Nutzer-Smartphone finden. Die Werbewirksam scheint also gut zu funktionieren. Da der App Store aber Nutzergtrieben ist wird es schwerer und schwerer und irgendwann unmöglich werden hier noch zu punkten.
Ich persönlich fände es z.B. auch nicht falsch, wenn Apple mit Hilfe bestimmter Kriterien eine gewisse Ordnung im Store bewahrt. So könnten z.B. Apps, die weniger als x Mal in y Tagen heruntergeladen wurden, gleich ganz von der Plattform verwiesen werden.
Augmented Reality – wirklich schon Realität?
Selten hat eine Technologie oder ein Trend für so viel Überraschung gesorgt wie Augmented Reality. Erweiterte Realität, wie es übersetzt heisst, war vor 2-4 Monaten noch ein richtiges Buzz Word, dass jedoch seitdem wieder an Hype-Charakter eingebüst hat.
Ist Augmented Reality etwa schon Realität geworden. Laut Wikipedia ist AR Folgendes:
Unter Erweiterter Realität (von engl. Augmented Reality [ɔːɡˈmɛntɪd ɹiˈælɪti], AR [eɪˈɑː]) versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Diese Information kann alle menschlichen Sinnesmodalitäten ansprechen, häufig wird jedoch unter erweiterter Realität nur die visuelle Darstellung von Informationen verstanden.
Wenn man in den letzten Monaten Augemented Reality (AR) zeigen wollte, kamen immer wieder dieselben Apps zum Einsatz. Vorreiter und heute mindestens noch gefühlter Marktführer ist Layar. Wie der Begriff schon sagt ist Layar ein Tool, das ein Bild der Umgebung per Handy Cam mit einer Schicht digitaler Informationen erweitert. Diese Informationen können verschiedenster Art und Weise sein, wie z.B. Immobilien, Freunde aus sozialen Netzwerken (s.Bild für das Beispiel Brightkite) und Ähnliches. Layar selbst produziert keine Daten. Über sog. Channels ist die Informationsvielfalt beliebig erweiterbar.
Der gemeinsame Nenner sind also geobezogene Daten.
Hinsichtlich der Daten ist ein vergleichbares sehr gutes Tool mit ähnlicher Funktionalität Aloqa. Ähnlich wie bei Layar ist die App eine Art Informationsaggregator für verschiedenste LBS Informationen. Vergleicht man beide Apps so wird auf den ersten Blick klar, dass der
wesenltiche Unterschied in der Darstellung der Informationen liegt (wie schon in der Wiki Definition angedeutet). Layar legt die Infos über das reale Bild, Aloqa listet die Infos à la Qype und Co.
Spricht man also von AR, dann spricht man nicht von einer bestimmten Qualität von lokalen Informationen, sondern von einer realen Darstellung. Für Aloqa und Co. fallen in diesem Zusammenhang vermutlich eher Begriffe wie Location Based Services, mobile Services, etc. Daher die Frage:
Augmented Reality - Wirklich schon Realität?
Vergleicht man einmal die praktische Anwendbarkeit der genannten Apps, so fällt auf, dass die Listendarstellung noch weiter verbreitet zu sein scheint als die AR Darstellung. Gleiche Informationen mit einer besser Lesbarkeit.
Bezug nehmend auf den Trend der lokalen Fokussierung geht es um schnelle und präzise Informationsaufnahme. Ob die AR-Reality-Darstellung mehr Übersicht schafft ist dabei fraglich.
Um die Frage zu beantworten: Augmented Reality ist und bleibt durch Apps wie Layar eine eindrucksvolle Demonstration des technologisch Machbaren. Einen höheren Mehrwert im Sinne der inhaltlichen Fokussierung liefert jedoch eher eine App wie Aloqa.
Die Zukunft steht also weiterhin offen für die Augmented Reality. Wir sind also noch nicht in der erweiterten Realität angekommen und dürfen gespannt sein in welchem Markt oder in welchen Bereichen sich die Technologie durchsetzen wird. Wer kennt bereits gute bis sehr gute AR-Apps, die den Markt neu definieren könnten?
3 Argumente gegen den Erfolg von Groupon, CityDeal und Co.
Ein oft diskutiertes Thema, diese Groupon-Klone in Deutschland. Nach der wilden StartUp-Phase im Dezember 09 bis Ende Januar 2010 folgte der Kampf um die Marktführerschaft vor allem zwischen DailyDeal und CityDeal. Mittlerweile sind wir in der M&A Phase angelangt, die mit dem Shake-Out der kleinen Player abschließen wird.
Selbst für die StartUp-Welt wirkt dieses Tempo sehr dynamisch. Grund genug einmal zu überlegen, wo die genannten Konzepte ihre Grenzen haben. Was genau machen die Seiten? Was machen sie nicht?
Zudem was sie machen kann in wenigen Worten erklärt werden: Täglich ein überdurchschnittlich günstiges Gutscheinangebot pro Stadt anbieten, das sich meist auf Restaurants beschränkt. Bereits mehr als 30.000 Visitors (täglich knapp 1000) können so von Rabatten bis zu 70(?)% profitieren.
Zu dem, was sie nicht machen muss man wohl etwas weiter ausholen. Bezug nehmend auf die Wechselbarriere im Couponing Markt liegen einige wunde Punkt auf der Hand:
Argument 1: Das Konzept der Tagesangebote beschränkt per Definition auf ein Angebot pro Tag und schränkt damit die Skalierbarkeit stark ein. Selbst wenn die Anzahl der Städte stetig steigt, ist das für die Nutzer individuelle Angebot mit Einem pro Tag gleich bleibend.
Die Nutzer mag diese Tatsache vermutlich nicht mal stören. Statt lange zu Suchen bekomme ich ganz einfach DAS Angebot des Tages. Gällt es nicht, so warte ich einen weiteren Tag. Leider führt dieser Umstand zum nächsten Problem...
Argument 2: Die Angebotsvielfalt ist mit den wenigen und oft sehr ähnlichen Angeboten recht anspruchslos und wirkt bereits nach kurzer Zeit langweilig. Immer wieder 50% auf Sushi, Steakhouse und weitere "Ess-Tempel"...Beim ersten, zweiten und dritten Mal sicher eine nette Sache und das Sparpotential ist groß. Das Wachstum der Plattformen wird derzeit aber vermutlich mehr durch Neukunden als durch Stammkunden generiert. Wie seht ihr das?
Argument 3: Es existiert - auch wenn die Angebote auf eine Stadt begrentzt sind - eine zeitliche und Geografische Distanz zwischen Käufer und Anbieter. Mit zunehmender Entfernung vom eigenen Standort schwindet der Reiz dort hinzugehen. Auch die zeitliche Differenz zwischen Kauf und Einlösen lässt die anfängliche Euphorie nach und nach verschwinden. Im Falle eines "schlechten" Essens wird dies vermutlich direkt mit dem Gutscheinverkäufer assoziiert...und der Kunde bleibt ein Einmalkunde.
Alles drei sind Argumente dafür, dass sich das Konzept langfristig wohl eher nicht durchsetzen wird. Darüber hinaus fördern aktuelle Schlagzeilen zu falschen Angeboten (CityDeal und die Starbucks-Affaire) oder falsche Aussagen zum Sparpotential (Die Angaben auf den Restaurantseiten entsprechen nicht immer ganz der Suggestion der Gutscheinanbieter).
Nachdem die Neukundengewinnung ihren Zenit erreicht haben wird werden die lauten Rufe um das Thema wieder zurück gehen. Ich drücke allen Investoren die Daumen, dass die bereits investierten Millionen bis dahin wieder drin sind...bei ein paar Euro pro Tag und pro Stadt darf man aber gespannt sein, ob das auch gut geht.



